Euben

In Euben gibt es zurzeit 11 Anwesen. Dabei handelt es sich bei 4 Anwesen um landwirtschaftliche Betriebe und 7 private Wohnhäuser. Darunter das sogenannte „ Gmahäusla „  ( Hausnummer 7 ). Dieses wurde um 1880 von der Gemeinde Euben gebaut, um bedürftigen Familien eine vorübergehende Unterkunft zu verschaffen. Heute ist es in Privatbesitz. Ein Nebenanwesen, das zu Nr. 5 (Feulner/Hahn) gehörte, wurde samt Wohnhaus, Felsenkeller und Scheune 1975 abgerissen. Es stand auf dem Grundstück zwischen Familie Reiss und Feulner. Die Wohnhäuser wurden in den 50er und 60er Jahren, die letzten in den 90er Jahren erbaut.

In Euben, früher Obereuben genannt, gab es im Jahr 1796, zur Zeit der Einführung der Hausnummern, 6 Anwesen einschließlich des dazugehörigen Buchhofs. Während dieser zum Hofkastenamt Bayreuth gehörte, war ganz Euben ( seit 1223 ) Besitz des Klosters Langheim und abhängig von dessen Amt Kulmbach. Nur Hausnummer 2 ( jetzt Hübner ) zudem seit alters eine unbebaute Sölde gehörte, wird früher als Hof bezeichnet, während die anderen Besitzungen nur Sölden und Lehungen sind. Hausnummer 1 ( jetzt Trendel ) wird auch später nur als Halbhof bezeichnet. Euben nimmt übrigens in seiner Besitzgeschichte wohl weit und breit eine Sonderstellung ein. Denn wenn es auch nicht richtig ist, dass das Dorf ursprünglich nur ein Hof  war, so gehörte es doch tatsächlich einmal nur einer Familie. Während wir nämlich 1496 dort 5 verschiedene Familien antreffen, darunter auf Hausnummer 2 Hans Dörfler, hat schon dessen Enkel Klaus 1520 auch das Lehen Hausnummer 1, das sogenannte Neudelsgut an sich gezogen. Klaus`s Sohn Wolf Dörfler, dem in der Erbteilung um 1540 der Stammhof Nummer 2 zuviel, während sein Bruder Hans Hausnummer 1 bekam, erwarb dann noch Hausnummer 5 ( jetzt Feulner/Hahn ) und den Buchhof. Sein Sohn, Hans der Alte, der auf Hausnummer 5 wohnte, während seinem Bruder Bastian Hausnummer 2 zufiel, ist später auch im Besitz des Pauschengutes Hausnummer 3 ( jetzt Honig ) und des Anwesens Hausnummer 4 ( jetzt Schirmer ). Er hat übrigens 1627 auch noch den Hof zum Heisenstein angekauft. Sein Sohn, Adam Dörfler wiederum, der sogenannte reiche Bauer von Euben, aber versteht es dann zu dem väterlichen Erbe, nach dem 30-jährigen Krieg das übrige Euben mit Ausnahme von Hausnummer 1 an sich zu bringen. Dazu hat er noch den Buchhof, sowie den Hof Hausnummer 2 in Hauenreuth gekauft. Damit war Raum geschaffen für seine 9 Söhne, von denen Johann-Gottfried Bäcker in Bayeuth wurde. Das Stammhaus Nummer 2 (jetzt Hübner ) erhielt der älteste Sohn Peter, dessen Tochter 1683 Martin Hübner vom Hörleinshof in Unterwaiz heiratete. Seine Nachkommen sitzen noch heute auf dem Hof.  Hausnummer 3 ( jetzt Honig ) erhielt Adam`s jüngster Sohn Albrecht. Nach ihm wurde der Hof Albertszeug genannt. Nach der Auswanderung des letzten Nachkommens Johann Wolfgang Dörfler nach Amerika, wurde das Haus 1846 dem Anwesen Nummer 4 ( jetzt Schirmer ) zugeschlagen. Hausnummer 4 erbte Hans Dörfler der Mittlere. Albrecht Dörfler, der letzte männliche Nachkomme, übergab das Anwesen 1841 dem Stiefbruder seiner zweiten Frau, Peter Schirmer von Grunau, dessen Nachkommen noch heute auf dem Hof wohnen. Hausnummer 5 ( jetzt Feulner/Hahn) wurde das Erbe Georg Feulners, die Tochter seines Urenkels Johann Adam Dörfler heiratet 1793 Johann Adam Hübner von Euben, dessen Enkelin 1851 Georg Michael Feulner von Pferch. Seine Nachkommen besitzen den Hof heute noch.  Anwesen Nr.1  ( jetzt Trendel ) wurde ab 1767  von der Familie Preßlein bestimmt.   Daher wird die Straße von Euben nach Pferch oft noch „ Preßleinsberg“ genannt. Jetzt ist der Hof in Besitz der Familie Trendel.

 Werner Hübner             10.01.2015

Quellen: Blut und Boden auf der Eubener Höhe  Dr. Ernst Wiedemann 1938